Crash oder Rush: Was bedeutet es für Anleger, wenn der Krieg ausbricht

In besonderen Situationen ist es nicht einfach über Geld und Anlagestrategien zu sprechen. Die Angst vor einem Krieg war schon immer einen Grund für verunsicherte Anleger, Aktien zu verkaufen. Im Nachhinein hat sich allerdings oft gezeigt, dass im Gegenteil Krisenzeiten häufig einen guten Einstiegszeitpunkt markierten. Nicht umsonst existiert daher das Sprichwort: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ von Carl Mayer von Rothschild.


Wie wir anhand der aktuellen Ereignisse sehen, gibt es wichtigeres und wir schätzen uns einfach glücklich in einem Land zu leben, welches nicht von den Entscheidungen eines Einzelnen abhängt. Dennoch macht man sich als Anleger, der sein Geld am Kapitalmarkt investiert hat Gedanken, vielleicht sogar Sorgen. Das ist nachvollziehbar und nur menschlich. Der ein oder andere Anleger hat deswegen vielleicht eine schlaflose Nacht verbracht. Es kommt auch viel zusammen: der Krieg in der Ukraine - Sanktionen gegen Russland Engpässe an den globalen Rohstoffmärkten - gestiegene Inflationsraten in vielen Ländern Schuldenberge von Staaten und Unternehmen - weiter steigende Immobilien-Preise Wir sehen es deshalb als wichtige Aufgabe an, unseren Kunden diejenigen Informationen bereitzustellen, die helfen, die aktuelle Situation einzuordnen und auch vor falschen Handlungen bewahren sollen. Dieser Newsletter soll genau diesem Zweck dienen.

Die Angst vor einem Krieg war schon immer einen Grund für verunsicherte Anleger, Aktien zu verkaufen. Im Nachhinein hat sich allerdings oft gezeigt, dass im Gegenteil Krisenzeiten häufig einen guten Einstiegszeitpunkt markierten. Damit Sie auch in diesen Zeiten besonnen und wohl informiert Ihre Anlageentscheidungen treffen können, möchten wir Sie gerade jetzt unterstützen, nicht nur bei Neuinvestitionen, sondern auch beim Durchhalten Ihrer bestehenden Strategien.


Geopolitische Risiken

Geopolitische Ereignisse wie militärische oder wirtschaftliche Konflikte können die Aktienmärkte in vielerlei Hinsicht beeinflussen und treten meist schnell und relativ unerwartet ein. Marktteilnehmer müssen also in kürzester Zeit auf neue Nachrichten reagieren. Dadurch entsteht Unsicherheit und die Kurse können kurzfristig, wie am vergangenen Donnerstag, fallen. Sobald sich diese Unsicherheit aber gelegt hat und die Marktteilnehmer die neue Situation bewertet haben, pendeln sich die Kurse wieder auf einem rationalen Niveau ein. Das ist zum Beispiel schon am Freitag wieder passiert. Häufig kommt der Markt zu dem Schluss, dass die Politik allein nicht den größten Einfluss auf die Weltwirtschaft hat, und die Börsen erholen sich sehr schnell wieder. Daher kommt auch das Sprichwort „Politische Börsen haben kurze Beine“. Kurzfristig kann ein politisches Ereignis in der Tat einen Einfluss auf die Kapitalmärkte haben, aber der langfristige Treiber der Kurse ist die wirtschaftliche Entwicklung.

Trotz der teils großen negativen Ausschläge nach geopolitischen Ereignissen, können wir der folgenden Grafik am Beispiel des Wertwachstums eines Euros über die letzten 50 Jahre erkennen, dass die Märkte langfristig Disziplin belohnen.

Abb. 1) Wertwachstum eines Euros – MSCI World Index (Nettodiv.), 1970–2020


Gewinne nach Markteinbrüchen können erfolgsentscheidend sein

Plötzliche Kurseinbrüche können Anleger nervös machen, der US-Aktienmarkt konnte sich jedoch historisch gesehen in den meisten Fällen relativ schnell von Verlusten erholen. Wie ein Blick auf einen diversifizierten U.S. Marktindex, mit Daten seit 1926, zeigt, konnten Anleger mit US-Aktien in den 12, 36 und 60 Monaten nach größeren Kursverlusten meistens positive Renditen erzielen. Die kumulativen Renditen verdeutlichen dies eindrucksvoll: Fünf Jahre nach einem Rückgang von 10%, 20% oder 30% lagen die Gewinne jeweils bei über 50%. Die jeweilige annualisierte 5-Jahresrendite nach einem Rückgang von 10%, 20%, bzw. 30% lag nahe am historischen Durchschnitt der annualisierten Rendite des gesamten Beobachtungszeitraums (9,7%).


Abb. 2) Gesamter US-Markt Research Index 1. Juli 1926 bis 31. Dezember 2020


Die Geschichte gibt eher Entwarnung

Sie als Anleger sollten sich daher davon nicht verunsichern lassen und nicht mit jeder neuen Nachricht ihr gesamtes Anlagekonzept infrage stellen. Die Vergangenheit lehrt uns nämlich auch hier, dass ein breit diversifiziertes Portfolio auf lange Frist alle Widrigkeiten hinter sich lässt und sich positiv entwickelt. Denn die Aktienmärkte spiegeln schlicht die Weltwirtschaft wider. Diese wächst nicht in jedem Jahr, aber in den meisten.


Das Festhalten an der eigenen Strategie ist eine wichtige Lehre aus der Vergangenheit, doch stellt die jetzige Situation auch eine gute Gelegenheit dar, um in die Märkte zu investieren? Wie wir wissen, ist versuchtes Markt-Timing keine erfolgversprechende Vorgehensweise. LPL Research gelangte allerdings in einer Untersuchung der wichtigsten geopolitischen Konflikte zwischen 1990 und 2020 zu einem interessanten Fazit. In den 16 größten Konflikt-Ereignissen – darunter Golfkrieg, Irakkrieg, 9/11 – sank der Dow-Jones in der Sofort-Reaktion um durchschnittlich 2 Prozent (was auch sonst an schlechten Börsentagen passieren kann). Dagegen stieg in den nachfolgenden drei bis sechs Monaten das Börsenbarometer in 88 Prozent der Fälle. Der Durchschnittszuwachs betrug 5 Prozent nach drei Monaten sowie knapp 8 Prozent nach sechs Monaten. (LPL Research „What Mideast Escalation Means for Markets” Jan 2020)


Planen für das Unerwartete

Global investierte Aktienanleger sind unweigerlich Zeiten geopolitischer Spannungen ausgesetzt. Manchmal führen diese Ereignisse zu Beschränkungen, Sanktionen und zu anderen Arten von Marktstörungen. Wir können nicht vorhersagen, wann diese Ereignisse eintreten oder welche Form sie genau annehmen werden. Wir können diesen jedoch begegnen, indem wir diversifizierte Anlagelösungen nutzen, rational agieren und flexibel auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet sind.


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